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Zur Förderung der Integration von Spätaussiedlern stellt das Land Hessen -wie bereits im vergangenen Jahr - auch in diesem Jahr 600.000 Euro bereit

(18.03.2010) Angekündigter Gesetzentwurf auf Bundesebene zur einheitlichen Anerkennung von im Ausland erworbenen Berufsabschlüssen ist ein Meilenstein für die Integration

Wiesbaden Die Landesbeauftragte der Hessischen Landesregierung für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, Margarete Ziegler-Raschdorf, informierte im Rahmen einer Sitzung des Unterausschusses für Heimatvertriebene, Aussiedler, Flüchtlinge und Wiedergutmachung des Hessischen Landtages darüber, dass im Jahr 2010 ebenso wie im Vorjahr erneut 600.000 Euro für die Förderung der Integration von Spätaussiedlern zur Verfügung stehen und erläuterte die im Jahr 2009 unterstützten Maßnahmen.

„Im Jahr 2009 sind insgesamt 25 Integrationsprojekte für in Hessen lebende Spätaussiedler und deren Familienangehörige durch das Hessische Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit gefördert worden“. Mit rund 215.000 Euro entfielen etwa 40 Prozent der Fördermittel auf zehn Projekte der Spätaussiedlerorganisationen selbst, der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland sowie der Deutschen Jugend aus Russland. Mit rund 100.000 € wurden zwei Projekte kommunaler Träger unterstützt, was etwa 18 Prozent ausmacht. Sonstige freie Träger sind mit 9 Projekten und einem Fördervolumen von rund 62.000 € vertreten, einem Anteil  von 11 Prozent der Fördersumme. Zwei kirchliche Träger erhalten mit rund 42.000 € 8 Prozent der Mittel. Die Otto-Benecke-Stiftung erhält für zwei Akademiker-Projekte rund 117.000 € aus Landesmitteln; dies entspricht einem Anteil von etwa 21 Prozent des Gesamtfördervolumens.

„Gefördert werden insbesondere Maßnahmen zum Erwerb der deutschen Sprache, Maßnahmen zur Stärkung der Eigeninitiative bei der Mitwirkung am Integrationsprozess, Sprachfördermaßnahmen und integrationsbedingter Förderunterricht sowie Maßnahmen zur nachholenden Integration. Hier spannt sich der Bogen von der Förderung der Erziehungskompetenz über aufsuchende Jugendarbeit bis hin zum Anti-Drogen-Projekt“, erläuterte die Landesbeauftragte im Rahmen eines Informationsgesprächs mit Projektträgern. Allein zehn der geförderten Maßnahmen seien Projekte zur Sprachförderung in allen Altersklassen und wurden mit  95.000 € bzw. rund 17 Prozent der Fördersumme unterstützt. Ein Großteil der Mittel fließe in Projekte der Spätaussiedlerorganisationen selbst. Diese wüssten am Besten, wo in den eigenen Reihen es Unterstützungs- und Hilfebedarf gebe und erhielten mit der Landesförderung die notwendige „Hilfe zur Selbsthilfe“.

Die Landesbeauftragte berichtete ferner von aktuellen Informationen der Integrationsbeauftragten des Bundes, Frau Bundesministerin Prof. Dr. Böhmer

zur Frage der Anerkennung von Berufs- und Hochschulabschlüssen von Ausländern und Spätaussiedlern. Frau Ziegler-Raschdorf begrüßte die Äußerungen der  Ministerin, die diese gegenüber der Hessischen Landesregierung gemacht hat, wonach die entsprechenden Aussagen im Koalitionsvertrag zügig umgesetzt werden und bis Mitte des Jahres ein Gesetzentwurf vorliegen soll.

Geplant seien eine oder mehrere Erstanlaufstellen im Bundesgebiet, die im Sinne von Beratungsstellen verbindlich überprüfen, inwieweit im Ausland erworbene Qualifikationen deutschen Ausbildungen entsprechen. Liege nur eine Teilqualifikation vor, so sollten künftig auch Anpassungs- bzw. Ergänzungsqualifizierungen verbindlich festgelegt werden. Ziel sei im Ergebnis, die unübersichtliche, nach Berufen und Bundesländern variierende derzeitige Anerkennungspraxis durch eine bundesweit verbindliche Anerkennung von im Ausland erworbenen beruflichen Qualifikationen zu vereinheitlichen.

„Dies wäre ein Meilenstein für die Integration! Ich freue mich, dass der Koalitionsvertrag zügig umgesetzt werden soll und wir damit in der Frage der beruflichen Anerkennung von Spätaussiedlern endlich vorankommen. Die gebotene Wertschätzung der Betroffenen einerseits, aber auch der Fachkräftemangel in unserem Land, verpflichten uns, die bislang viel zu wenig genutzten Potentiale der Spätaussiedler zu würdigen und für unsere Gesellschaft zu nutzen“, so die Landesbeauftragte.

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